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Anwendung - Therapie - Bissnahme

 

 

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Bissnahme
Myozentrik

 

Gelegentlich kommt es vor, dass ein Patient so unsicher und unkoordiniert ist, dass es ihm schwer fällt, den Unterkiefer einfach locker hängen zu lassen. Er braucht ständig etwas, wo er sich „anlehnen“ kann. In solchen Fällen ist die myozentrische Bissregistrierung, die auf eine entspannte Ruhe-Schwebe des Unterkiefers baut, erschwert, und es kann statt dessen eine „Aqualizer-Bissnahme“ sinnvoll sein:

 

Der Patient trägt den Aqualizer möglichst über einige Tage, jedoch mindestens 60 Minuten. Bei aufrechter Körperhaltung zieht er lediglich die Lippen etwas zurück, so dass man zwischen die Schneidezähne etwas schnell härtende Registriermasse (z. B. Futar, Fa. Kettenbach, zuvor in einige Minuten in warmes Wasser getaucht) spritzen kann. So erhält man einen Schlüssel für die Horizontale Kieferposition an den Frontzähnen. Der Aqualizer wird nun herausgenommen und es wird leicht verformbares Registriermaterial (im Bild Aluwachs) zwischen die Seitenzähne gegeben. Der Patient schließt leicht, bis die Schneidezähne wieder in dem zuvor erstellten Frontzahnschlüssel liegen.

Nachteil dieser Methode ist, dass die Vertikale vom Aqualizer u. U. gesperrt wurde, also ein zu „hohes“ Bissregistrat entsteht. Würde man den Biss im Artikulator einfach absenken, würde man vermutlich dabei auch die korrekte Zuordnung in der Horizontalen wieder verlieren und bei einer mesial verschobenen UK-Lage angelangen . Dies liegt daran, dass in der heute üblichen Artikulatortechnik noch immer von einer Öffnungs– und Schließbewegung um die so genannte „Scharnierachse“ ausgegangen wird, also einer dorsalen Grenzbewegung der Kiefergelenke, die man jedoch bei aufrechter Körperhaltung und entspannter Muskulatur so gut wie nie findet, außer man würde sie durch den Zahnarzt entsprechend manipulieren (mehr dazu siehe http://www.itmr.info/gesichtsbogen.htm ) . In der Realität translatieren die Gelenkkondylen bei der Öffnung etwas nach mesial und bei der Schließung entsprechend nach retral.

Der Vorzug des Wachsregistrates liegt darin, dass man nun die Registrierhöhe im Mund korrigieren kann und damit solchen technischen Fehlern ausweichen kann. Hierfür wird das Aluwachs etwa handwarm erneut auf die Zähne gelegt, der Patient hält sich aufrecht und beißt einfach ungezwungen noch etwas weiter hinein.

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Stand: 03.09.07